Nachhaltiges Bau- und Energie-Konzept
Deutschlands erstes Hallenbad in Passivhaus-Bauweise: Das Lippe Bad als Pionier
Deutschlands erstes Passivhaus-Hallenbad steht in Lünen: Das Lippe Bad verbindet innovative Bau- und Energie-Technik mit einem nachhaltigen Betrieb. Durch den schonenden Einsatz von Ressourcen sinken die laufenden Kosten – eine wichtige Voraussetzung für dauerhaft faire Eintrittspreise.
Das Bau- und Energie-Konzept auf einen Blick
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Vorteile der Passivhaus-Bauweise nutzen
Sehr geringer Energie-Bedarf durch starke Dämmung und luftdichte Gebäude-Hülle.
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Wenig Wärme nach außen verlieren
Durch Dreifach-Verglasung der Fenster und besonders gut gedämmte Wände und Dächer.
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Tageslicht gezielt nutzen
Große Fensterflächen sorgen für viel natürliches Licht und verringern den Bedarf an künstlicher Beleuchtung.
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Wärme sinnvoll verwenden
Frische Luft mit der Wärme der verbrauchten Luft erwärmen.
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Auf erneuerbare Energie setzen
Durch Photovoltaik-Anlagen und ein Blockheizkraftwerk mit Biogas.
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Mit Wasser sparsam umgehen
Durch moderne Aufbereitung und optimierte Pumpen-Systeme.
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Das Bad wirtschaftlich betreiben
Niedrigere Betriebskosten ermöglichen dauerhaft faire Eintrittspreise.
Das Lippe Bad Lünen: Ein Pionier-Projekt für nachhaltige Hallenbäder
Mit dem Lippe Bad hat die Stadt Lünen ein Hallenbad realisiert, das in Deutschland eine besondere Stellung einnimmt: Es ist das erste öffentliche Hallenbad, das nach dem Prinzip eines Passivhauses gebaut wurde, das sonst vor allem bei Wohnhäusern zum Einsatz kommt. Dabei sorgt eine besonders gut gedämmte Gebäude-Hülle dafür, dass möglichst wenig Energie verloren geht. Ziel des Projekts war es, den Energie- und Ressourcenverbrauch deutlich zu reduzieren – ohne auf Komfort für die Badegäste zu verzichten.
Von Beginn an setzten die Planer auf ein integriertes Gesamtkonzept. Sie stimmten Architektur, Gebäude-Technik und Wasser-Aufbereitung eng aufeinander ab. Das Ergebnis ist ein Hallenbad, das besonders effizient arbeitet und sich langfristig wirtschaftlich betreiben lässt – und damit Maßstäbe setzt.
Das Konzept des Lippe Bads fand und findet auch überregional Beachtung. So wurde es 2012 bei der „Woche der Umwelt“ des Bundespräsidenten und der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) als beispielhaftes Umweltprojekt vorgestellt. Zudem zeichnete die Deutsche Energie-Agentur das Lippe Bad mit dem Label „Good Practice Energieeffizienz“ aus.
Gerade Hallenbäder gehören zu den energie-intensivsten Gebäudetypen im kommunalen Betrieb. Das Lippe Bad zeigt, dass sich auch solche Gebäude mit konsequenter Planung deutlich energie-effizienter betreiben lassen.
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Bau und Förderung
- Eröffnung 2011 (Bauzeit: 2 Jahre)
- Entstanden aus den Fundamenten des ehemaligen Fernheizwerks der Stadtwerke Lünen (Baujahr 1968)
- Integrale Planung aller Gewerke
- Mit Unterstützung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), des Landes Nordrhein-Westfalen und des Bundes
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Gebäude-Konzept
- Modell-Projekt für Passivhaus-Technologie im öffentlichen Hallenbad-Bau
- Stark gedämmte Gebäude-Hülle (U-Wert maximal 0,12 W/(m²K)) und Dreifach-Verglasung (ca. 0,7 W/(m²K))
- Konsequente Vermeidung von Wärme-Brücken
- Große Fensterflächen zur gezielten Nutzung von Tageslicht
- Energetische Sanierung und Integration des damaligen Fernheizwerks
- Wissenschaftliche Begleitung durch das Passivhaus Institut Darmstadt
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Energie-Versorgung
- Photovoltaik-Anlagen (rund 128 kWp Leistung)
- Blockheizkraftwerk mit Biogas (Kraft-Wärme-Kopplung)
- Nutzung der Abgas-Wärme zur Beckenwasser-Erwärmung (Brennwert-Technik)
- Anschluss an das Fernwärme-Netz der Stadtwerke Lünen (zur Versorgungssicherheit)
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Lüftungstechnik
- Lüftungs-Systeme mit Wärme-Rückgewinnung
- Bedarfsgeregelter Luftwechsel im Gebäude
- Geprüfte Luftdichtheit des Gebäudes (Blower-Door-Test)
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Wasser-Technik
- Ultrafiltration und Durchfluss-Elektrolyse [interne Verlinkung] zur Wasser-Aufbereitung
- Optimierte Hydraulik der Wasser-Aufbereitung
- Energie-effiziente Pumpen-Systeme
- Aufbereitung und Wiederverwendung von Rückspül-Wasser
- Wassersparende Duschen und Spül-Systeme im Sanitär-Bereich
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Aufenthalts-Qualität
- Ausgewählte Materialien, durchdachte Beleuchtung und gute Akustik für ein angenehmes Raum-Klima
- Hohe Barriere-Freiheit für eine möglichst umfassende Nutzung des Bades
Das Lippe Bad: Bau- und Energie-Konzept im Detail
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Gerade Hallenbäder verbrauchen normalerweise viel Energie – schließlich erwarten die Gäste angenehm warmes Wasser und warme Luft. Den niedrigen Energie-Bedarf des Lippe Bads ermöglicht vor allem die Passivhaus-Bauweise des Gebäudes. Das Projekt begleitete das Passivhaus Institut Darmstadt wissenschaftlich.
Eine besonders gut gedämmte Gebäude-Hülle, luftdichte Konstruktionen, Dreifach-Verglasung und die konsequente Vermeidung von Wärme-Brücken sorgen dafür, dass möglichst wenig Wärme nach außen verloren geht. Die Außenbauteile erreichen dabei U-Werte von maximal 0,12 W/(m²K), die Dreifach-Verglasung etwa 0,7 W/(m²K). Große Fensterflächen sorgen zudem dafür, dass sich das Tageslicht gezielt nutzen lässt. Dadurch sinkt der Bedarf an künstlichem Licht und damit auch der Energie-Verbrauch.
Eine zusätzliche Herausforderung beim Bau bestand darin, das ehemalige Fernheizwerk der Stadtwerke Lünen in den Neubau zu integrieren und energetisch auf Passivhaus-Niveau zu sanieren.
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Auch bei der Energie-Versorgung setzt das Lippe Bad auf ein abgestimmtes Zusammenspiel mehrerer Technologien: Photovoltaik-Anlagen mit 110 kW Spitzenleistung erzeugen Strom aus Sonnen-Energie. Ergänzend produziert ein mit Biogas betriebenes Blockheizkraftwerk gleichzeitig Strom und Wärme. Die dabei entstehende Abgas-Wärme nutzen die Betreiber zusätzlich, um das Beckenwasser zu erwärmen (Brennwert-Technik).
Für zusätzliche Versorgungssicherheit ist das Bad außerdem an das Fernwärme-Netz der Stadtwerke Lünen angeschlossen.
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Eine wichtige Rolle im Lippe Bad spielt die Lüftungstechnik. Sie nutzt die Wärme der verbrauchten Luft, um frische Luft vorzuwärmen (Wärme-Rückgewinnung). So bleibt mehr Wärme im Gebäude und der Bedarf an zusätzlicher Heiz-Energie sinkt. Zugleich sorgt ein bedarfsgeregelter Luftwechsel dafür, dass nur so viel Luft ausgetauscht wird, wie tatsächlich nötig ist.
Die Planer überprüften die Luftdichtheit des Gebäudes mit sogenannten Blower-Door-Tests – dabei messen die Fachleute, wie viel Luft durch Fugen und Bauteile nach außen entweicht.
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Neben der Energie spielt auch der sparsame Umgang mit Wasser eine wichtige Rolle. Moderne Verfahren zur Aufbereitung wie Ultrafiltration und Durchfluss-Elektrolyse [interne Verlinkung] sorgen für eine gleichbleibend hohe Wasserqualität.
Zugleich optimierten die Planer die Hydraulik der Wasser-Aufbereitung, sodass das Wasser mit möglichst wenig Energie-Einsatz durch die Anlage zirkuliert. Die Anlage bereitet zudem einen Teil des Wassers auf, das bei der Reinigung der Filter anfällt (Rückspül-Wasser), und nutzt es erneut.
Weitere technische Lösungen helfen ebenfalls, Energie und Ressourcen zu sparen. Optimierte Pumpen-Systeme bewegen das Wasser in den Becken besonders effizient und benötigen dadurch weniger Strom. Auch im Sanitär-Bereich sorgen wassersparende Duschen und Spül-Systeme dafür, den Verbrauch im Betrieb zu reduzieren.
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Neben Energie- und Ressourcen-Effizienz spielte auch die Aufenthaltsqualität für die Badegäste eine wichtige Rolle. Eine durchdachte Beleuchtung sowie Bauteile mit höheren Oberflächen-Temperaturen tragen zu einem angenehmen Raum-Klima bei. Die Schwimmhallen sind so gestaltet, dass eine gute Akustik mit möglichst geringer Nachhallzeit entsteht.
Auch Barriere-Freiheit war ein zentrales Planungsziel. Zuschnitt und Raum-Gestaltung des Bades ermöglichen es Menschen mit unterschiedlichen körperlichen Voraussetzungen, das Bad nach ihren Bedürfnissen zu nutzen.
Bei der Auswahl von Materialien, Technik und Ausstattung haben die Planer zudem Reinigung, Hygiene und Arbeitssicherheit mitgedacht. Das erleichtert den laufenden Betrieb und unterstützt ein langfristig effizientes Betriebs- und Reinigungskonzept.
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Der sparsame Einsatz von Energie und Ressourcen bringt nicht nur Vorteile für Umwelt und Klima. Er sorgt auch für niedrigere laufende Betriebskosten. So kann die Bädergesellschaft Lünen das Lippe Bad langfristig wirtschaftlich betreiben – und den Bürger:innen dauerhaft faire Eintrittspreise bieten.